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Der Fernsehfilm ist schon etwas her (22.10.2009), aber ich hab erst
jetzt meine Notizen wiedergefunden ;-) Tja, das Fazit zum
"Baader-Meinhof-Komplex" fällt mau aus: Leider ein echter Eichinger. Auf
die Effekte (barbusig im Camp, Schuss in den Kopf) kommt es an, die
Geschichte kann stimmen, muss aber nicht. Man bekommt die Mörderbande
präsentiert, die sie auch waren, und viel Brutalität. Aber
selten werden politische Motive erkennbar oder die Figuren erklären
sich. Fast hat man den Eindruck, es soll bloss kein Verklärungsfilm
werden oder zum urbanen Mythos beitragen. Da ist Rede von "konträr zur
Hauptlinie", aber speziell Baader äussert nicht ein einziges Mal eine
politische Aussage ausser vielleicht "bourgeoise Fragegestellung" und
"Fotzen". Der BKA-Chef dagegen wird als feinsinniger und fast
prophetischer Stratege dargestellt: "Sehen wir hier eine neue Art von
Krieg"
Die Welt sieht das schon ganz richtig:
Das Motiv der Täter? Ein großer Vorwurf der Kritik am Kinofilm war, dass er sich an den Gewalttaten der RAF entlang hangelte, sich aber für die Motivation ihrer Mitglieder nicht sonderlich interessierte. Wer hoffte, dies würde in der längeren Fernsehversion nachgeholt, sieht sich nun enttäuscht.
Und die taz hat auch ne Meinung (mirror) dazu:
Und wie schon im Kino fragt man sich: Warum das alles? Weil es so war, sagen die Macher. Laut Stefan Aust ist alles "so authentisch, wie es in einem Spielfilm möglich ist". Die einzige Idee dieses Films ist diese Art von Vulgärnaturalismus, angereichert mit ein bisschen Bonnie-and-Clyde-Chic. Genau so spielen auch Akteure, die fast alle blass und konturlos bleiben.