12 Dezember 2005
Das Billd
Bild-Kritik und meinetwegen auch Polemik sind okay, aber man sollte es nicht so tun wie GERHARD HENSCHEL in der Taz: Er beklagt ganz richtig die Kooperation der Politiker mit Bild aus Angst, das Stimmvieh ganz unten zu verlieren. Aber leider verliert er sich in ständiger Wiederholung und lustvoller Fabulierung der Sex-Kleinanzeigen ("Sofort Vollgas mit Orgasmusgarantie", "... unersättliche Lustluder, dicke Girls, total versaute Strohwitwen und naturgeile Nymphen tabulosen Männern extrem perversen Spontansex im Auto versprechen") und verstellt damit den Blick aufs Thema und bietet leider zu viel billige Angriffsfläche für die Bild-Verantwortlichen.
Dann lieber so richtig dreckig wie Wiglaf:
Gregor hat in der Taz auch was sinnvolles gesagt:
Selbst wenn die Geheimdienste Bescheid wissen, muß sowas auf Regierungsebene bekannt sein, sonst sind wir auch nur ne Bananenrepublik, deren Bürger Freiwild sind.
Mann hab ich lange Arme, die Dembas sind umgezogen und nun ist es wohl das letzte Mal gewesen.
Dann lieber so richtig dreckig wie Wiglaf:
Wozu hat Kai Diekmann einen Kopf? Der Bild-Chefredakteur tut viel für die Haargel herstellende Industrie; sein täglicher Verbrauch an feuchtem Glibber sichert mehrere Arbeitsplätze. Auch Not leidenden Designerbrillenbauern greift Diekmann unter die Arme, und wenn der Medienredakteur der FAZ seine Seite nicht voll kriegt, springt Diekmann ebenfalls altruistisch ein und lässt jede Menge Eigenweihrauch aufsteigen. Bild, durfte der kopfgefettete Spitzen-, ja Top-Journalist den Lesern der FAZ erklären, sei die letzte Bastion journalistischer Unabhängigkeit und die einzig verbliebene Barrikade des Klassenkampfs. Um im Gegenzug die Bücher des FAZ-Herausgebers Frank Schirrmacher zu belobhudeln.
Gregor hat in der Taz auch was sinnvolles gesagt:
Was regt Sie denn auf?
Otto Schily zum Beispiel regt mich auf. Wenn mir der US-Botschafter von einer Entführung, also einem schweren Verbrechen, erzählt hätte und mich bäte zu schweigen, hätte ich ihm gesagt, er dürfe versuchen sich bei uns zu entschuldigen. Ich weiß nicht, ob ich die Entschuldigung angenommen hätte. Außerdem hätte ich den Bundeskanzler und die Staatsanwaltschaft informiert und mit den Betroffenen gesprochen. Da geht es um Entführung, um Nötigung, um Folter! Ja, wo leben wir denn! Da muss es für einen Innenminister doch eine innere Grenze geben.
Selbst wenn die Geheimdienste Bescheid wissen, muß sowas auf Regierungsebene bekannt sein, sonst sind wir auch nur ne Bananenrepublik, deren Bürger Freiwild sind.
Mann hab ich lange Arme, die Dembas sind umgezogen und nun ist es wohl das letzte Mal gewesen.



