16 Januar 2006
Osthoff + Lüneburg
Endlich auch mal ein paar Stimmen, die nicht der unsäglichen öffentlichen Bild-Meinung folgen, sondern die Verdienste und natürlichen Widersprüche eines Menschen herausstellen, die für Offenheit und Toleranz abseits des deutschen Michels plädieren:
Gestern wurde auch noch das Beckmann-Interview wiederholt (*): Ich verstehe ja, das ein Interviewer Fragen stellen muss, die den "Menschen da draussen" unter den Nägeln brennen, nur manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Herr B. da auch seine eigene, enge Weltsicht einbringt: Die Fragen zu ihrer Auffassung als Mutter, zu ihrer Familiensituation ("Warum haben Sie sich nicht bei ihrer Schwester/Mutter gemeldet?") etc.. Es ist ganz hilfreich, dieses Interview mit den Zeitungsberichten davor zu vergleichen, so wird vieles klarer und weniger "irre", wie diese Jungs natürlich titelten...
(*mal so nebenbei finde ich es toll, das die Öffentlichen viele Inhalte als Streams bereitstellen und so gute Web-Seiten haben.)
Die Begründung für die Nomierung zum Grimme-Preis finde ich gut:


And now for something totally different:
Brunch in LG: Wir wurden von Anja eingeladen, erst in die Oper und dann zum Brunch. "Hänsel und Gretel" hab ich lange nicht gesehen, aber ein paar Texte konnte ich noch: "Brüderlein kommt tanz mit mir, beide Hände reich' ich dir, einmal hin, einmal her, rundherum das ist nicht schwer. Mit den Beinchen Hopp, Hopp, Hopp, mit den Fingerchen klatsch klatsch klatch, einmal hin, einmal her, rundherum das ist nicht schwer." Danke für den schönen Abend.
So kleinkariert und unaufgeklärt, um nicht zu sagen: dumm, wie im Umgang mit Susanne Osthoff, hat man die deutsche Öffentlichkeit lange nicht erlebt. Ich dachte eigentlich, wir wären schon more sophisticated und die Bibliotheken voller schlauer Bücher über die weibliche Emanzipation hätten neben der fleißigen Reisetätigkeit der Deutschen doch zu mehr Weltoffenheit und neugierigem Sinn für ungewöhnliche Menschen geführt. Ich habe mich getäuscht. Zumindest Frauen müssen wohl immer noch lange tot sein und Patina angesetzt haben, ehe ihr unkonventionelles Leben gewürdigt, ihr Mut und ihre Risikobereitschaft womöglich sogar einmal als vorbildlich gefeiert werden dürfen. Im Buch sind sie uns recht, in Wirklichkeit messen wir Frauen wie Osthoff gnadenlos an unserer Konformität.
...
Nichts hat die Leute ja mehr empört, als das wiederholte Bekennntnis von Osthoff, trotz Geiselnahme und Todesangst von ihrer auch in Zukunft nicht zu lassen und keineswegs reumütig auf die deutsche Scholle zurückzukehren.
Gestern wurde auch noch das Beckmann-Interview wiederholt (*): Ich verstehe ja, das ein Interviewer Fragen stellen muss, die den "Menschen da draussen" unter den Nägeln brennen, nur manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Herr B. da auch seine eigene, enge Weltsicht einbringt: Die Fragen zu ihrer Auffassung als Mutter, zu ihrer Familiensituation ("Warum haben Sie sich nicht bei ihrer Schwester/Mutter gemeldet?") etc.. Es ist ganz hilfreich, dieses Interview mit den Zeitungsberichten davor zu vergleichen, so wird vieles klarer und weniger "irre", wie diese Jungs natürlich titelten...
(*mal so nebenbei finde ich es toll, das die Öffentlichen viele Inhalte als Streams bereitstellen und so gute Web-Seiten haben.)
Die Begründung für die Nomierung zum Grimme-Preis finde ich gut:
Begründet wird der Vorschlag damit, Osthoff habe sich den typischen fest gefügten Projektionen der Medien von Menschen eindrucksvoll entzogen. Sie habe für sich den Respekt eingefordert, den Medienschaffende vor den Objekten ihrer Berichterstattung längst verloren hätten. "Sie hat die Erwartungshaltung der öffentlichen Meinung beispielhaft unterlaufen und damit gezeigt, worin Freiheit wirklich besteht: im Verzicht auf Beifall und Zustimmung anderer. Sie hat die Öffentlichkeit polarisiert und ins Nachdenken gebracht wie kein zweiter TV-Akteur im Nominierungszeitraum."


And now for something totally different:Brunch in LG: Wir wurden von Anja eingeladen, erst in die Oper und dann zum Brunch. "Hänsel und Gretel" hab ich lange nicht gesehen, aber ein paar Texte konnte ich noch: "Brüderlein kommt tanz mit mir, beide Hände reich' ich dir, einmal hin, einmal her, rundherum das ist nicht schwer. Mit den Beinchen Hopp, Hopp, Hopp, mit den Fingerchen klatsch klatsch klatch, einmal hin, einmal her, rundherum das ist nicht schwer." Danke für den schönen Abend.



